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© Kamilla-Maria Kowalski
Das Tiramisu und ich
Wenn ich Tiramisu sehe,
werde ich schwach.
So viele Kalorien,
die machen mich wach.
Spüre neue Energien,
mein Bauch ist nicht flach.
So locker und luftig schaut es mich an,
und zieht mich in seinen Bann.
Ich könnte ja ein bisschen probieren,
würde nicht gleich explodieren.
Ich haue mir einfach ein Löffelchen rein
und dazu noch ein Gläschen Wein.
Es schmeckt so gut,
mein Tellerchen ist leer,
ich merke schnell,
ich will noch mehr.
Glaube,
das waren fünfhundert Gramm,
meine Diät ist verschoben auf irgendwann.
Mein Verhalten war wohl wirklich echt,
für meine Figur ist das eher schlecht.
© Kamilla-Maria Kowalski
Mein Salat und ich
Ich esse gerne Salat.
Er macht mich leider nicht satt.
Mein Leistungsumsatz ist matt.
Habe nur noch paar Watt.
Ich muss den Salat ehren
und einen Donut entbehren.
Auf lange Sicht gesehen,
kann ich ihn mir nicht verwehren.
Zwei Kilo habe ich abgenommen,
später noch mehr dazugewonnen.
So mancher freut sich über
einen Gewinn,
für mich macht es keinen Sinn.
Die Schokolade im Supermarkt
spricht mit mir,
ich warte nicht lang und
gehe zu ihr.
© Kamilla-Maria Kowalski
Der Frosch
Frosch sein ist nicht leicht.
Meine Gewässer sind seicht.
Wir haben natürliche Feinde,
die Menschen gehören auch zu
dieser Gemeinde.
Sie reißen uns unsere Beine heraus,
dafür kriegen sie noch Applaus.
Auf ihren Tellern türmen sich Froschbeine,
zum Glück waren es noch
nicht meine.
© Kamilla-Maria Kowalski
Das Tagebuch einer Bratwurst
Das wird ein herrlicher Tag werden,
keine von uns wird heut verderben.
Unsere Verpackung hat er schon aufgemacht,
die Sonne hat dabei gelacht.
Nun liege ich hier,
zwischen meinen restlichen Freunden.
Manche liegen schon auf dem Grill,
das kann ich nicht verleugnen.
Mache mir da um mich keine Sorgen.
Meine Haut ist eh zu blass,
gegrillt zu werden, ist schon krass.
Als Beilage gibt es frittierte Gurken,
als sie noch lebten, waren es Schurken.
Nun werden sie als Beikost serviert,
früher sind sie im Garten flaniert.
Mein Bruder, das Steak,
liegt fast neben mir.
Vielleicht war es früher auch mal
ein Tier.
Bei uns allen weiß man das nie so genau,
Bratwürste sind ja kein Kabeljau.
Doch nun habe ich genug philosophiert.
Ich bin als Bratwurst registriert.
Der Tag ist herrlich,
ich werde gleich braun,
dann reicht man mich auch Nachbarn
über den Zaun.
© Kamilla-Maria Kowalski
Die Kuh
Die Kuh steht auf der Wiese.
Sie schaut.
Ich komme ihr zu nah.
Sie kaut.
"Willst du ein Kraut?"
Was hast du denn im Angebot?
"Nichts unter Verbot"
Warum sprichst du mit mir?,
frage ich sie.
"Das ist nur deine Fantasie",
Antwortet sie.
© Kamilla-Maria Kowalski
Das Gänseblümchen
Ich soll ein Gänseblümchen sein,
man glaubt es kaum.
Früher war ich hell, wie der Morgentau.
Heute bin ich einfach nur braun.
Die Abgase haben mir zugesetzt,
kein Mensch ist darüber entsetzt.
Ich stehe direkt am Wegesrand,
besser wäre vor einer Wand.
Der dunkle Ruß peitscht mir ins Gesicht,
ich sehe aus wie ein Vergissmeinnicht.
Der Grashalm schaut mich nicht
mehr an,
früher machte er sich an mich ran.
Mir bleibt nichts übrig, als hier zu stehen
und meinem Ende zuzusehen.
© Kamilla-Maria Kowalski
Der Schneemann
Das ist echt ein Witz,
mich gibt es fast nicht.
Meine Nase liegt auf dem Boden,
habe auch keine Hoden.
Ok, die hatte ich, glaube ich,
noch nie,
bei diesem Wetter schmelzen die.
Ich möchte ein richtiger
Schneemann sein,
jetzt bin ich ein geschmolzener Ball.
© Kamilla-Maria Kowalski
Der Lemming
Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen,
sonst neige ich zu anderen Themen.
Mein kurzes Leben habe ich genossen,
ich danke euch, meine Artgenossen.
Ihr werdet eure Wanderungen wahrscheinlich
nicht überleben,
Gott möge euch Segen geben.
Solltet ihr einem See begegnen
oder sollte es heftig regnen, kehrt schnell um,
sonst ist euer Leben direkt rum.
Wir Lemminge leben nie lang,
haben nun mal den niedrigsten Rang.
© Kamilla-Maria Kowalski
Die Fliege
Jetzt sitze ich auf einem Ast,
in der Küche war ich nur Gast.
Sie haben mich fast erschlagen,
wollten mich nach draußen jagen.
Wir Fliegen, wir leben ja alle nicht lang.
Die Menschen haben einen
höheren Rang.
Was ist eine Fliege schon wert?
Mich mag auch kein einziges Pferd.
Ach was soll`s,
das Leben ist bald vorbei.
Für mich ergreift eh niemand Partei.
© Kamilla-Maria Kowalski
Der Marienkäfer
Ich bin ein kleiner Marienkäfer.
Von oben sehe ich Schafe und
einen Schäfer.
Die grüne Wiese ist nicht mehr weit,
ich bin zur Landung bereit.
Das eine Schaf da drüben,
das peile ich mal an.
Glaube, das muss ich noch üben,
ich flog knapp vorbei.
Bin jetzt auf der Erde und habe
ein Problem.
Die Gänse haben mich zum
Fressen gern.
Ich kann das so nicht akzeptieren,
ich muss mir einen Schutz kreieren.
Fragend wende ich mich an ein Schaf,
"Kann ich heut in dein Gemach?"
Das Schaf schaut mich entgeistert an,
"Marienkäfer, glaube,
deine Zeit ist nun vorbei!"
Ich sehe auf einmal einen Schatten,
er gehört einem Gänsebraten.
Ich bin noch nicht zur Flucht bereit,
doch die Gans ist nicht mehr weit.
Das Schaf schaut mich warnend an,
"Du solltest besser kapitulieren,
du wirst diesen Kampf verlieren."
© Kamilla-Maria Kowalski
Die Weihnachtszwerge
Die Weihnachtszwerge konnten sich
nicht entscheiden,
einer musste sogar weinen.
Sie wollten ein großes Weihnachtsfest,
die meisten waren zu gestresst.
Der weinende Zwerg konnte nicht mehr,
noch letztes Jahr freute er sich sehr.
Die Zwerge, die noch glücklich waren,
wollten in die Berge fahren.
Da protestierte der weinende Zwerg,
"Ich will nicht mit auf den Berg!"
Die glücklichen Zwerge beruhigten ihn,
"Dann fahren wir lieber doch nach Wien!"
Den gestressten Zwergen war das zu viel,
"Das war nie unser Ziel!"
Der weinende Zwerg weinte noch mehr,
er wäre Weihnachten lieber am Meer.
© Kamilla-Maria Kowalski
Mein Weihnachtsfest
Habe den Tannenbau abgefackelt,
er hat wohl zu sehr gewackelt.
Nächstes Mal nehme ich keine
echten Kerzen,
sonst werde ich seinen Nachfolger
auch ausmerzen.
Jetzt habe ich einen verbrannten
Baum im Wohnzimmer stehen,
meinen Gästen wird das Lachen vergehen.
Die Geschenke konnte ich zum
Glück noch retten,
muss nicht mehr zum Einkaufen jetten.
Der Gänsebraten ist mir zum
Glück gelungen,
dazu war ich ja gezwungen.
Will meinen Gästen etwas bieten,
so sind ja schließlich meine Sitten.
Den Punsch habe ich bereits kaltgestellt,
den Nachtisch habe ich dann
doch bestellt.
Meine Motivation reichte nicht mehr aus,
das Rezept für den Nachtisch war
ein Graus.
© Kamilla-Maria Kowalski